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Selbst und Identität: Der Schuh muss passen.

Über Folge Selbst und Identität: Der Schuh muss passen.

Was bedeutet eigentlich Identität? Alle reden über Identität! Die Identität eines Menschen, das ist klar, muss sich von dessen eigener Persönlichkeit ableiten und nicht von einer anderen. Kern und Ursprungsort der Persönlichkeit ist das, was die Psychoanalyse das „Selbst“ nennt. Das soziale, kommunikative Äquivalent des Selbst ist die Identität. Für Außenstehende ist sie der erkennbare Teil der Persönlichkeitsorganisation.   In unseren stürmischen, man kann auch sagen „flüssigen“ Zeiten ist das Bewusstsein über die eigene Identität ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit mit anderen Identitäten. Eine solchermaßen definierte Identität kann nämlich dafür eingesetzt werden, sich von anderen, konkurrierenden Identitäten zu differenzieren und zu positionieren.   Identität erfordert ein starkes Selbst-Bewusstsein   Eine besonders große Herausforderung liegt nun darin, sich im volatilen, zur Beliebigkeit geradezu herausfordernden Internet zu behaupten. Sich selbst und seinen Zielen treu zu bleiben, ist angesichts der Verlockungen des World Wide Web einerseits nicht gerade leicht. Andererseits ist es eine Notwendigkeit. Lässt sich der Schiffer von der säuselnden Loreley auf dem Felsen ablenken, statt konzentriert seinem Ziel entgegen zu navigieren, kann die Identität an der harten Wirklichkeit zerschellen. Allein schon diese stets dräuende Gefahr kann zu kontraproduktiver Zurückhaltung führen, wo doch selbstbewusste Offensive gefragt ist.   Was darauf zurückzuführen ist, dass die menschliche Psyche sowie deren Architektur und Strukturen, ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten sich nicht mit demselben Tempo entwickelt haben wie der technische Fortschritt. Ein Gap, der nicht nur das Selbst erschüttern, sondern Unsicherheit und sogar Angst auslösen kann.   Die zuweilen beängstigende Diskrepanz zwischen den eigenen Möglichkeiten und Erwartungen an sich selbst kann sich zu einem die Identität gefährdenden Problem auswachsen. Aus den eigenen Wünschen und Erwartungen kann nämlich ein Ideal von der eigenen Identität resultieren, das einen Menschen heillos überfordert und narzisstische Fehlentwicklungen begünstigt.   Das von der Außenwelt maßgeblich geprägte Über-Ich fungiert unter Konkurrenzbedingungen als Erwartungs- und Selbst-Anforderungs-Ich und als Scharnier zwischen Persönlichkeit und Welt. In diesem „schraffierten Bereich“ kann das Selbst so unter Druck geraten, dass es sich, um seine Schwächen zu verdecken, in unerreichbare Identitätskonzepte versteigt.   Im Falle der Nichterfüllung derartig überhöhter Selbstanforderungen kann dieser Mechanismus zu großer Verunsicherung führen. Der Wunsch, mit den vom Internet hervorgebrachten – oft nur scheinbar – glücklichen und erfolgreichen Überfliegern, jenen Inhabern schillernder Images, konkurrieren zu können, lenkt nur von den eigenen Fähigkeiten ab. Dabei stellt jede menschliche Fähigkeit einen Wert an sich dar. Und daran müssen wir auch unsere Selbsterwartungen, unser Forderungs-Ich anpassen, weil wir uns sonst überfordern.   Das Selbst ist der Fuß, die Identität ist der Schuh.   Ist es überhaupt sinnvoll, sich mit diesem Phänomen zu beschäftigen? Könnte man nicht einfach sagen: „Ok, das Internet ist da. Und das ist auch gut so und basta.“ Natürlich hat dieser Standpunkt seine Berechtigung. Ein hemmungsloses Laissez-faire wäre allerdings fahrlässig, weil das, was wir über die menschliche Psyche wissen und mit Fug und Recht als gesichertes Wissen darstellen dürfen, in der vor-digitalen Ära gesammelt worden ist, als es eben noch kein Internet gab. Oder hat jemand in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts Menschen mit Smartphones herumlaufen gesehen? Die Kenntnisse über die analoge menschliche Psyche kamen also in einer analogen Welt zustande, in der man analogen Probleme mit analogen Methoden und Werkzeugen beikam, und mit sonst gar...

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